Review: ROCKY BALBOA (2006)

Rocky Balboa (SYLVESTER STALLONE) ist eine Legende. Ein einfacher, warmherziger Mann, der von ganz unten nach oben kam und damit Millionen Menschen inspirierte. Doch Jahre nach seinem letzten Kampf lebt der populäre Boxer nur noch in der Vergangenheit. In seinem Restaurant erzählt er den Gästen von früher, in seinem Herzen wohnt die Erinnerung an seine verstorbene Frau Adrian.

Nach Sohn Rocky Junior (MILO VENTIMIGLIA), zu dem er wenig Kontakt hat, scheint auch das Glück Rocky endgültig verlassen zu haben. Bis ein TV-Sender in einer Computersimulation Ex-Champ Rocky gegen den amtierenden Weltmeister Mason „The Line“ Dixon (ANTONIO TARVER) antreten und als Gewinner hervorgehen lässt. Das Ergebnis löst einen unglaublichen Rocky-Rummel und im Management Dixons Erleichterung aus. Endlich glaubt man, einen Weg gefunden zu haben, das Image des ungeliebten Champions zu verbessern. Im Ring mit Rocky soll Dixon die Fans erobern.

Doch was Dixons Team als PR-Fight plant, macht Rocky zum Kampf seines Lebens. Denn zwischen den Seilen kann es nur einen Champion geben…

Review:

Zwischen dem neuen Film, ROCKY BALBOA, und dem letzten, ROCKY V, sind mittlerweile 16 Jahre vergangen. ROCKY V, der unbeliebteste unter den Rocky Filmen, hatte leider einen bitteren Nachgeschmack auf die einst populäre Boxer Reihe hinterlassen.

Gut, dass Stallone sich entschieden (und durchge“boxt“) hat einen weiteren „richtigen“ Abschluß zu drehen

Und ROCKY BALBOA, so der Titel des sechsten Films, ist sehr gut – im Rahmen dieser Reihe – ausgefallen. Ich betone „im Rahmen dieser Reihe“ weil Filmfans die mit den restlichen fünf Filmen nichts angefangen konnten, mit diesem auch nichts am Hut haben werden.

Aber nun zu denen die Rocky mögen

Und ganz besonders denen die den ersten, mittlerweile Klassiker, aus dem Jahre 1976 ins Herz geschlossen haben

Der neue Film ist praktisch eine direkte Fortführung des ersten (ok, des zweiten natürlich auch) Films.Wenn man die anderen nicht gesehen haben sollte, wird man überhaupt kein Problem haben der Geschichte, angefangen im Jahre 76, zu folgen.

Stallone hat einen wunderbaren, kleinen, persönlichen Film geschrieben, inszeniert und vor allem liebevoll gespielt. Rocky Balboa ist nun mal der Film Charakter mit dem Sylvester Stallone in die Filmgeschichte eingehen wird und mit diesem Film hat er einen krönenden, kleinen Abschluß geschaffen. Ich betone immer wieder „klein“, weil der Film nichts vom bombast der Filme ROCKY III und ROCKY IV hat.

Es ist nicht so, dass ich diese beiden Filme nicht mag, aber sie zeigen einen anderen Rocky als die beiden ersten, oder der neue. ROCKY V hatte es ansatzweise probiert, aber irgendwas passte da nicht.

Genau wie bei den Bond Filmen (siehe Kategorie „rewatch“) hat sich GreekGeek nochmal die alten Filme angesehen.

Keiner der 5 alten Filme ist unangenehm gealtert – wie manch ein 007 Abenteuer – aber genau wie die Bond Filme teilen sie sich in überzogene Action-Abenteuer und kleinere Dramen (im Falle von ROCKY).

So schlecht mancheiner ROCKY III und ROCKY IV macht, sind beide die besten Beispiele für die 80er Jahre

Beides sind „Super-Helden“ Filme in denen Rocky gegen „Superbösewichte“ wie Clubber Lang (Mr.T) und Ivan Drago (Dolph Lundgren) antretten muss

Und beide machen Spass

Aber es sind andere Filme als ROCKY, ROCKY II und nun ROCKY BALBOA. (Der fünfte möchte eine Mischung aus beiden sein und geht ein wenig baden)

Ein großes Plus der ROCKY Filme ist die markante Musik von Bill Conti. Ausser in ROCKY IV war Conti bei jedem Film mit dabei.

Stallone hat immer ein gutes Händchen bei der Wahl der Filmmusik. Ob es die Popsongs sind die seine Filme begleiten („Eye of the Tiger“, „Hearts on Fire“) oder die Instrumentalen Themen seiner Charaktere (allen voran Jerry Goldsmith RAMBO Scores): die Musik trägt und belebt die Filme

In ROCKY BALBOA hat er zwar nicht viel neues dazukomponiert, aber als echter Rocky-Fan wartet man eh auf den Moment wenn die Fanfare erklingt oder wenn „Gonna fly now“, bei der Trainingsmontage, zu hören ist! Und genau diese Trainingsmontagen sind eigentlich (außer den Endkämpfen) immer die Höhepunkte der Filme.

ROCKY BALBOA bringt alle Elemente die man von dieser Art von Film erwartet zurück. Und es macht genau so viel Spaß wie früher

Überhaupt ist es so wie früher, aber als ob man es mit den Augen von heute betrachtet. Stallone ist wie ein alter Onkel den man lange nicht mehr besucht hat und ihn genauso in Erinnerung behalten hat wie „damals“. Er sieht zwar älter aus, aber ist genau das was man von ihm erwartet.

Zu den Darstellern:

leider ist ein Schauspieler/in nicht mehr dabei und zu verraten weswegen würde eigentlich einem Spoiler gleich kommen. Es steht zwar überall in der Presse, aber wir lassen es lieber aus.

Genau dieses „fehlen“ macht den Film eigentlich noch besser als man erwartet hätte. Burt Young ist wieder als Paulie dabei und ist genauso Klasse wie immer, nur zu kurz dabei

Milo Ventimiglia (vielen aus GILMORE GILRS oder jetzt aus HEROES bekannt) macht sich gut als Balboas Sohn, der Angst hat nur wegen seines Vaters Ernst genommen zu werden. Ventimiglia ist um Meilen besser als Sasha Stallone, der in ROCKY V den Sohn spielte

Ein sehr guter Neuzugang in der Reihe ist Geraldine Hughes, die eine Figur spielt die zum ersten Mal im ersten ROCKY Film aufgetaucht ist.

ROCKY BALBOA ist der erste Film seit langem, zu dem ich sagen muss, dass er zu kurz ist

10 bis 15 Minuten mehr hätten ihm sehr gut getan

Er ist zwar, so wie er ist, ein kleine und feine Charakter Studie, aber hier wäre mehr „mehr“ gewesen!

Obwohl es traurig ist Abschied zu nehmen, ist ROCKY BALBOA ein krönender Abschluß einer Reihe die ihre Höhen und Tiefen in den letzten 30 Jahren erreicht hat.

Hoffen wir, dass unsere anderen Helden aus den 70ern/80ern (John McClane, Indiana Jones, John Rambo, Axel Foley) die uns demnächst besuchen werden genauso gute Filme abliefern!!!

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